Ein Bericht über die aktuellen Aktivitäten für den DV-TH auf europäischer und internationaler Eben

Generalangriff über invasive Arten?
Ein Bericht über die aktuellen Aktivitäten für den DV-TH auf europäischer und internationaler Ebene

von Jim Collins

Meine beiden Hauptaktivitäten konzentrieren sich derzeit auf die Vorbereitung des CITES Animals Committee im Juli und auf die EU-Bestimmungen für invasive Arten.

In Bezug auf das Treffen des CITES Animals Committee umfasst die Vorbereitung die Lektüre von mehreren tausend Seiten mit Berichten und Rezensionen, Hintergrundinformationen zu umstrittenen Artenvorschlägen sowie die fortgesetzte Teilnahme an Arbeitsgruppen, die zwischen den Treffen erfolgen. Ein detaillierter Bericht über die diesbezüglich durchgeführten Aktivitäten folgt noch.

Eine wichtige Entwicklung auf der letzten CITES-Konferenz der Vertragsparteien im Jahr 2016 bestand darin, das Verfahren zur Überprüfung des maßgeblichen Handels für in menschlicher Obhut gezüchtete oder gehaltene Arten einzuführen. Dies stellt eine völlig neue Bedrohung für den Tierhandel und den Hobbysektor dar, und wir müssen energisch daran arbeiten, diesen neuen Prozess so zu modifizieren, dass von ihm keine schädlichen Auswirkungen auf die verantwortungsvolle private Tierhaltung ausgeht. Niemand weiß, wie dieser neue Prozess innerhalb von CITES funktionieren wird, aber das bevorstehende Treffen des Komitees wird eine Gelegenheit sein, sowohl erste Reaktionen zu erhalten und die ersten Ergebnisse zu berücksichtigen.

Für dieses neue Verfahren wurde eine Reihe von Arten ausgewählt, die untersucht werden sollten (von denen fast alle für den Zoofachhandel und/oder Hobbyfachleute von Interesse sind) und die für mögliche zusätzliche Kontrollen an in menschlicher Obhut gezüchteten Exemplaren in Frage kommen. Die Handelsüberprüfung (Significant Trade Review) für Naturentnahmen wird wie gewohnt fortgesetzt und beinhaltet immer eine Menge Arbeit, um ungerechtfertigte negative Auswirkungen von Handelsverboten und -beschränkungen zu minimieren. Die Artenberichte, die im Juli überprüft werden, betreffen für in Privathaltung oder in Ranching-Projekten gezüchtete Exemplare folgender Arten:

· Langschwanzmakaken (Macaca fascicularis)

· Fennek (Vulpes zerda)

· Weißhaubenkakadu (Cacatua alba)

· Spornschildkröte (Centrochelys sulcata)

· Frauenlori (Lorius lory)

· Sternschildkröte (Geochelone elegans)

· Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni)

· Gebänderte Rattenschlange (Ptyas mucosus)

· Steppenwaran (Varanus exanthematicus)

· Timor-Waran (Varanus timorensis)

· Erdbeerfröschchen (Oophaga pumilio)

· Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas)

· Tigerschwanz-Seepferdchen (Hippocampus comes)

· „Wallaces Goldener Vogelflügel-Schmetterling“ (Ornithoptera croceus)

· Bohrende Riesenmuschel (Tridacna crocea)

· Wulstkoralle (Trachyphyllia geoffroyi)

Bei dem Treffen wird ein Zwischenbericht aus Indonesien über die populäre Aquarienart Banggai-Banggai-Kardinalbarsch (Pterapogon kauderni) berücksichtigt – die Entscheidungen werden Einfluss darauf haben, ob diese Art zu den CITES-Anhängen hinzugefügt wird oder ob ein Exportverbot von der gesamten CITES-Gemeinschaft oder von der EU allein vorliegt. Ich werde auch weiterhin meine aktive Mitgliedschaft in der Arbeitsgruppe „Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Handel mit Schlangen“ und der Arbeitsgruppe „Handel mit Schildkröten und Süßwasserschildkröten“ behalten. Ebenso werde ich mich aktiv an der Gruppe beteiligen, die die regelmäßige Überprüfung der CITES-Anlagen in Betracht zieht.

Neben dem neuen Bericht über die bedeutenden Handelsaktivitäten bei in menschlicher Obhut gezüchteten Arten wird die Standardüberprüfung des Handels mit wildlebenden Arten erneut eine sehr arbeitsreiche Agenda sein, und aus dieser Arbeitsgruppe stammen viele Handelsaussetzungen für CITES-Arten. Ich bin seit 16 Jahren Mitglied der Gruppe und werde wieder viel Zeit in diese Aktivitäten investieren. Eine große Anzahl von Reptilien- und Amphibienarten sowie der Kaiserskorpion (Pandinus imperator), einschließlich einer großen Anzahl von Chamäleon-Arten aus den Gattungen und Arten Trioceros, Kinyongia,Chamaeleo, Furcifer und Calumma, Cuora galbinifrons, Corucia zebrata, Cordylus tropidosternum und verschiedene Mantella-Arten werden überprüft.

In Bezug auf die Rechtsvorschriften der EU für invasive gebietsfremde Arten (IAS) wird derzeit intensiv daran gearbeitet, die Listung weiterer Arten zu stoppen. Es wurden Einreichungen und direkte Diskussionen mit den EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission sowie mit Mitgliedern des Wissenschaftsforums der EU eingereicht, die gegen die derzeitigen Vorschläge zum Verbot des Handels und der Haltung folgender Arten argumentieren – über alle Verbote wird von der EU in den kommenden Herbstsitzungen des wissenschaftliches Forums und im Frühjahr 2019 politisch abgestimmt:

· Kettennatter (Lampropeltis getula)

· Hirtenmaina (Acridotheres tristis)

· Fuchskusu (Trichosurus vulpecula)

· Gestreifter Korallenwels (Plotosus lineatus)

· Afrikanischer Krallenfrosch (Xenopus laevis)

· Finlaysons Eichhörnchen (Callosciurus finlaysoni)

· Gemeiner Sonnenbrasch (Lepomis gibbosus)

Darüber hinaus wurde mir sehr beunruhigend bewusst gemacht, dass die Europäische Kommission die Internationale Union für die Erhaltung der Natur und die natürlichen Ressourcen (IUCN) damit beauftragt hat, eine umfassende Studie über das Potenzial oder die wahrgenommene Wahrscheinlichkeit einer großen Anzahl von Pflanzen- und Tierarten (180 Tierarten) zu untersuchen, die ggf. innerhalb der EU invasiv werden könnten.

Es scheint ein direkter Angriff auf den Tierhandel zu sein, da eine große Anzahl beliebter Arten in die Überprüfung einbezogen werden soll. Er verspottet die Zusage der Europäischen Kommission, dass diese Gesetzgebung eng gefasst bleiben soll, und widerspricht damit ihrem erklärten Ziel, die Liste auf insgesamt etwa 50 Arten zu beschränken! Die Liste stellt eine „Tour de Force“ der meisten der beliebten Haustierarten in Europa dar, von Goldhamster, Sugarglidern und Weißbauchigeln bis hin zu Grünen Leguanen, Königspythons, Vierzehenschildkröten und Rotkehlanolis, um nur einige wenige zu nennen.

Das werde ich in den kommenden Wochen und Monaten mit dem DV-TH noch viel stärker thematisieren, da dies eine große Bedrohung für unsere Interessen darstellt.

Abschließend möchte ich mitteilen, dass die CITES/IAS-Behörden des Vereinigten Königreichs und der EU eine Einigung darüber erzielt haben, dass bis spätestens 31. Dezember 2021 (ein weiteres Jahr) alle CITES- und IAS-Vorschriften zwischen der EU und Großbritannien identisch bleiben. Dies könnte durchaus über das Ende des Jahres 2021 hinausgehen.

Exoten im Koalitionsvertrag

KOALITIONSVERTRAG

Für uns Exotenhalter wichtige Passagen aus dem aktuellen Koalitionsvertrag:
Wir haben in verschiedenen Bereichen Herausforderungen im Tierschutz (Wildtier- und Exotenhaltung, Qualzuchten, Tierbör
sen, Internet und Versandhandel von lebenden Heimtieren, illegaler Welpenhandel,
Situation der Tierheime und Heimtierzubehör). Das für Tierschutzfragen zuständige
Ministerium wird bis zur Mitte der Legislaturperiode Vorschläge für konkrete Maß-
nahmen bis hin zu Verboten zur Verbesserung des Tierschutzes in diesen Bereichen
vorlegen

 Unser Engagement im internationalen Artenschutz und gegen die Wilderei sowie den illegalen Wildtierhandel werden
wir ausweiten.

Wenn auch manche Forderungen deutlich besser, ja zustimmungsfähig gegenüber den vorherigen Koalitionsvertrag sind, so muß man wohl besorgt sein, was da im Bereich der Exotenhaltung auf uns zukommt.

Wahlprüfsteine der FDP bez. Heimtierhaltung anlässlich Bundestagswahl

Da der ZZF nur die derzeit im Bundestag vertretenen Parteien befragt hat, hat die Journalisten-Arbeitsgemeinschaft um unser Mitglied Dr. Stephan Dreyer die Fragen des ZZF auch an die FDP gestellt. Hier nun die Antworten:

Nicola Beer FDP Logo

Sehr geehrter Herr Dr. Dreyer,

haben Sie vielen Dank für die Übermittlung Ihrer Wahlprüfsteine anlässlich der Bundestagswahl 2017, deren Eingang wir bereits bestätigt hatten.

Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse an den Positionen der Freien Demokraten und nehmen zu Ihren Fragen beziehungsweise Forderungen gerne Stellung.

Im Folgenden übermittle ich Ihnen im Namen der Freien Demokraten unsere Antworten:

Frage 1: Wird Ihre Partei Maßnahmen ergreifen, um den großen gesellschaftlichen Nutzen der Heimtierhaltung zu fördern?

Uns Freie Demokraten ist bewusst, wie wichtig die tierische Begleitung für viele Menschen ist. Auch in unseren Reihen gibt es zahlreiche Halter von Hunden, Katzen, Zierfischen und anderen Tierarten. Tiergestützte Pädagogik, Tierbesuchsdienste in Seniorenheimen oder einfach nur tierische Unterstützung bei Kranken und Behinderten: Die positiven Effekte von Heimtieren sind vielfältig. Wir Freie Demokraten begrüßen Initiativen der Wirtschaft und Gesellschaft, die diesen Nutzen herausstellen und fördern. Deshalb unterstützen wir auch die Arbeit von Tierheimen und setzen uns dafür ein, dass der Umgang mit Tieren zum festen Bestandteil des fakultativen Bildungsplans in Schulen und Kindergärten wird.

Frage 2: Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass Alg-II-Empfänger, die Tiere halten, zusätzlich zum Regelbedarf Gutscheine für Tierbedarf erhalten?

Die Regelsätze nach dem SGB II und SGB XII sind nach Maßgabe des Bundesverfassungsgerichtes transparent und sachgerecht berechnet, was durch mehrere Gerichtsentscheide, u.a. auch vom Bundessozialgericht, bestätigt wurde. Ausgaben für Haustiere sind zurzeit nicht Teil des zu sichernden Existenzminimums. Wir Freie Demokraten setzen uns für die Einführung eines liberalen Bürgergeldes ein. Dabei werden steuerfinanzierte Sozialleistungen in einer Leistung und an einer staatlichen Stelle zusammengefasst. Das liberale Bürgergeld macht es für alle Menschen, die auf die Hilfe der Gesellschaft angewiesen sind, einfacher und lässt sie nicht länger von Amt zu Amt rennen. Auch die Arbeitsaufnahme lohnt sich mehr als heute. Das Bürgergeld wird eigenverantwortliches Handeln auch in schwierigen Lebenslagen erleichtern, starke Anreize zur Überwindung der Bedürftigkeit bieten und effizienteres Verwaltungshandeln unter größerer Rechtssicherheit ermöglichen. Darüber hinaus ermöglicht es den selbstbestimmten Einsatz der Mittel, etwa auch für die Heimtierhaltung.

Frage 3: Wird sich Ihre Partei für ein Verbot des Versandhandels mit lebenden Tieren (z. B. übers Internet) an private Käufer einsetzen?

Viele Tierbörsen sind, wie auch zunehmend das Internet, durchaus ein Schauplatz für problematische Angebote, sowohl mit Blick auf illegale Wildfänge als auch mit Blick auf Qualzuchten. Eine sinnvolle Herangehensweise im Sinne des Tier- und Artenschutzes kann aber auch hier nur in der verstärkten Kontrolle von Tierbörsen liegen und nicht darin, Tierbörsen gänzlich zu verbieten und entsprechende Handels- und Tauschvorgänge in die undurchsichtigen Strukturen eines grauen Marktes abgleiten zu lassen. Wir Freie Demokraten wollen deshalb im Bund die „Leitlinien zur Ausrichtung von Tierbörsen unter Tierschutzgesichtspunkten“ aktualisieren und setzen uns in den für den Vollzug des Tierschutzrechts zuständigen Ländern für eine verstärkte Kontrolle von Tierbörsen ein.

Frage 4: Was wird Ihre Partei tun, um den illegalen Wildtierhandel wirksam zu bekämpfen?

Um zu verhindern, dass Kriminelle die EU Länder mit dem mildesten Rechtssystem als „sicheren Hafen“ nutzen, ist eine Annäherung der Strafrechtsrahmen für illegalen Wildtierhandel auf EU-Ebene wünschenswert und wird unterstützt. Mit Blick auf jene Fälle, bei denen der Export von Wildtieren aus dem Herkunftsland bereits illegal erfolgt, ein internationaler Schutzstatus jedoch nicht gegeben ist, setzen wir Freie Demokraten uns für eine EU-einheitliche Regulierung ein, da nationale Alleingänge innerhalb des europäischen Binnenmarktes lediglich zu Umgehungstatbeständen über Drittstaaten führen würden. Diese Lücke muss jedoch zeitnah geschlossen werden.

Auf globaler Ebene werden wir uns für eine Fortsetzung und Vertiefung der Zusammenarbeit der zuständigen Fachministerien (Auswärtiges Amt, Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)) mit den Programmen gegen illegalen Wildtierhandel des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) einsetzen.

Frage 5: Wird Ihre Partei den artgerechten und kontrollierten Import und Verkauf von exotischen Heimtieren über den sachkundigen Fachhandel erhalten?
Frage 6: Halten Sie die bestehenden tierschutzrechtlichen Regelungen zur Heimtierhaltung für sachgerecht oder planen Sie Veränderungen?

Diese Fragen werden im Zusammenhang beantwortet.

Beim Schutz von Heimtieren gilt für uns Freie Demokraten der Grundsatz „Lenken statt Verbieten“. In diesem Sinne wollen wir die Sachkunde von Heimtierhaltenden verbessern. Modelle wie Positiv- und Negativlisten, welche die Haltung bestimmter Arten untersagen, lehnen wir ab. Denn sie führen lediglich zu einer Kriminalisierung von Tierhaltenden und zu einem grauen Markt, der einen wirksamen Tierschutz letztlich nur erschwert. Wir plädieren dafür, dass sich Tierhalter nach Möglichkeit für Nachzuchten oder heimische Tierarten entscheiden. Dafür bedarf es noch mehr Aufklärung durch die Zoofachverkäufer.

Lassen Sie uns dazu auch nach der Bundestagswahl im Gespräch bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Nicola Beer

Nicola Beer MdL
Staatsministerin a.D.
Generalsekretärin

Freie Demokratische Partei
Hans-Dietrich-Genscher-Haus
Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin

T: 030 284958-269
programm@fdp.de
www.fdp.de

DV-TH fordert: Fachgerechten Versand von Tieren erhalten

Der ZZF sieht in der heraufziehenden Bundestagswahl offenbar die geeignete Gelegenheit, unliebsame Konkurrenz unter dem Deckmäntelchen des Tierschutzes aus dem Feld zu räumen.
Die erstaunliche Koalition mit den erklärten Exotenhaltungsgegnern von Pro Wildlife, vom Deutschen Tierschutzbund und von TASSO sowie der Bundestierärztekammer, die zusammen kürzlich bereits das Verbot kommerzieller Tierbörse forderten, wird nun fortgesetzt mit dem Ziel, auch gleich noch den Versandhandel mit Tieren zu untersagen. Auf dass zukünftig Tiere nur noch über den Zoofachhandel oder Tierheime an Tierfreunde abgegeben werden können. Großzügigerweise soll immerhin noch das reine Anbieten über das Internet erlaubt bleiben; die Übergabe aber soll dann nur noch persönlich erfolgen dürfen.

Diese Forderung trifft vor allem natürlich die Halter von Arten jenseits des Mainstreams.
Es gibt ja keinen Grund, Standard-Haustiere über den Versandhandel zu verschicken, denn die sind tatsächlich in jedem Zoogeschäft oder Tierheim erhältlich. Die große Artenvielfalt aber, die vor allem den Wert von Hobbys wie Aquaristik und Terraristik ausmacht, kann durch den stationären Zoohandel nicht abgedeckt werden. Das Verbot des Versandhandels würde gerade bei seltener gehaltenen und nachgezüchteten Arten bedeuten, dass es in vielen Fällen nur noch schwer praktikabel sein wird, die Nachzuchten vom Züchter an den späteren Halter zu übergeben – zumal, wenn zeitgleich Börsen weitgehend verboten werden sollen.
Hinzu kommt das Problem des Futtertierversands. Hier kehrt sich die angeblich vom Tierschutz motivierte Forderung der Ersteller des Positionspapiers auf absurde Weise in ihr Gegenteil um. Wenn nämlich zukünftig Futtertiere wie Heimchen, Grillen, Heuschrecken etc. nicht mehr per Versand an die Halter transportiert werden dürften, müsste die Abwicklung komplett über den stationären Zoohandel erfolgen.
Es gibt aber in vielen Orten Deutschlands überhaupt keine Zoogeschäfte, die lebende Futtertiere anbieten. Hinzu kommt, dass es ganz sicher keine Verbesserung im Sinne des Tierschutzes bedeutet, wenn diese erst vom Züchter an ein Zoogeschäft transportiert werden, wo sie mitunter tagelang im Geschäft stehen, bis sie gekauft werden.

Der Tierfreund, der Futtertiere per Versand erhält, kann sie direkt nach der Ankunft fachgerecht umsetzen und versorgen. Wodurch nicht nur die Unterbringungsqualität der Futtertiere steigt, sondern durch die entsprechende Versorgung mit Frischfutter auch der Nährwert für die Tiere, die mit den Insekten schließlich gefüttert werden.
Schon jetzt ist der Versand von Tieren gut geregelt: Normaler Postversand ist ohnehin nicht erlaubt, der Versender muss damit einen speziell dafür zugelassenen Kurierdienst beauftragen, der eine Genehmigung nach §11 Tierschutzgesetz vorweisen muss; auch müssen kommerzielle Anbieter die Vorgaben der Tierschutztransportverordnung beachten.
Die Art von Verpackung und Versand ist ebenso vorgeschrieben wie die Kennzeichnung. Nach jahrzehntelanger praktischer Erfahrung weiß man, dass ein solcher fachgerecht durchgeführter Versand für Tiere keine übermäßige Belastung darstellt und durchaus zu vertreten ist.
Gerade in Verbindung mit dem kurz zuvor geforderten Börsenverbot schimmert hier doch die deutliche Absicht der die Änderungen fordernden Verbände durch, einerseits auf diese Weise ein Art Positivliste durch die Hintertür einzuführen, nachdem man offenbar erkannt hat, dass die gewünschte Positivliste expressis verbis politisch und juristisch wohl nicht durchsetzbar sein wird. Denn durch die geforderten Einschränkungen im Handel würden vor allem die Halter nicht zoohandelsrelevanter Arten betroffen.
Der ZZF scheint diesen Kahlschlag in der Tierhaltung für akzeptabel zu halten, solange die dann noch verbleibenden Tierarten mehr oder weniger exklusiv über die von ihm vertretenen Einzelhändler quasi als Monopol vertrieben werden dürfen.
Wenn er sich da aber mal nicht verrechnet und eines Tages feststellen muss, dass eine insgesamt massiv geschwächte Tierhalterszene sich auch in den eigenen Bilanzen deutlich bemerkbar machen wird.

Gewerbliche Tierbörsen abschaffen?

Mit großem Befremden hat der Dachverband der Tierhalter e. V. (DV-TH) ein Positionspapier zur Kenntnis genommen, das vor der Bundestagswahl 2017 die politischen Parteien auffordert, „zum Schutz der Tiere den Handel auf gewerblichen Tierbörsen zu verbieten“.

Unterzeichnet wurde es von einer ungewöhnlichen Koalition verschiedener Verbände: Hier stehen Seite an Seit der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) als Dachverband von kommerziell orientierten Zoogeschäften und der Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz (BNA), der für sich in Anspruch nimmt, private Tierhalter zu vertreten, neben der Bundestierärztekammer sowie dem Deutschen Tierschutzbund, TASSO und Pro Wildlife, also drei Verbänden, die sich explizit gegen die private Tierhaltung von exotischen Tieren aussprechen und damit den Zielen von ZZF, BNA und privaten Tierhaltern eigentlich diametral entgegengesetzt stehen.

Offensichtlich aber scheinen solche grundlegenden Bedenken für den ZZF keine Rolle zu spielen, wenn dadurch der eigene geschäftliche Vorteil gestärkt und der lästigen Konkurrenz durch Börsen ein Schlag versetzt werden kann. Dass die nächste Aktion der Tierhaltungsgegner sich dann sicherlich auch wieder gegen die Mitglieder von ZZF und BNA richten wird, scheint dabei keine Rolle zu spielen.
Inhaltlich lehnt der DV-TH das Positionspapier ab. Maßgeblich für den Verkauf von Tieren gleich welcher Art sollten selbstverständlich fachkundige Beratung und gute Haltungsbedingungen der Tiere sowohl vor als auch nach dem Verkauf sein. Beides kann in gut geführten Zoogeschäften ebenso gewährleistet sein wie bei privaten Züchtern und Anbietern auf Tierbörsen. Die im Positionspapier aufgestellte Behauptung, „auf Tierbörsen kann aufgrund des Andrangs und des schnellen Verkaufsgeschehens eine sachgerechte Beratung beim Kauf von Heim- und Wildtieren meistens nicht sichergestellt werden“ entbehrt jeder Grundlage.
Nichts gegen gut geführte Zoofachgeschäfte – aber selbstverständlich ist eine sachgerechte Beratung auf einer Börse ebenso gut möglich. Die liegt letztlich nämlich immer an der Kompetenz des Verkäufers, die aber auf Börsen oftmals besonders hoch ist, da die Tiere hier meistens von den Züchtern selbst oder von spezialisierten Fachhändlern angeboten werden, die häufig einen nicht unerheblichen Wissensvorsprung gegenüber Allround-Verkäufern in Vollsortiments-Zoogeschäften haben.

Ob der Verkäufer sich die nötige Zeit für ein Beratungsgespräch nimmt oder nicht, liegt sicherlich nicht am Ort des Verkaufs, sondern an den beteiligten Personen selbst. Auch die Behauptung, bei auf Börsen gekauften Tieren sei „eine Beratung durch den Verkäufer über einen längeren Zeitraum im Anschluss an den Kauf nicht möglich“, ist sachlich schlicht falsch. Die meisten Verkäufe auf Tierbörsen finden durch Züchter statt, und die können selbstverständlich den Kunden hinterher weitaus kompetenter und ausdauernder beraten, als ein Zoofachhändler dies naturgemäß vermag. Kein Anbieter auf einer Börse tritt anonym auf, der Käufer hat immer die Kontaktdaten, und es sollte in Zeiten allgegenwärtiger Telekommunikation kein Problem bedeuten, auch nach der Börse noch den Kontakt zu halten. Die Vorstellung, dass ein Kunde dafür eigens zum Zoogeschäft gehen muss, um nur dort dann seine Fragen beantwortet zu bekommen, mutet doch reichlich vorsintflutlich an.
Des Weiteren besteht laut dem Positionspapier die „Gefahr der Beeinträchtigung des Tierwohls bei wiederholtem Transport, Lagerung und Präsentation der Tiere – insbesondere bei langen Anreisestrecken und bei gewerblichen Händlern, die von Börse zu Börse ziehen.“ Deshalb sollten nach Meinung der unterzeichnenden Verbände „gewerbliche und überregionale Tierbörsen verboten werden.“ Nun bestehen aber ausführliche Regelwerke, die den Transport von Tieren zu Börsen und den Umgang mit ihnen auf Börsen detailliert vorschreiben. Neben dem Tierschutzgesetz und den jeweiligen Richtlinien der Börse selbst sind hier vor allem die Allgemeinen Verwaltungsvorschriften zur Durchführung des Tierschutzgesetzes sowie die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft herausgegebenen „Leitlinien zur Ausrichtung von Tierbörsen unter Tierschutzgesichtspunkten“ zu nennen, die genau dazu da sind, Beeinträchtigungen des Tierwohls zu verhindern.
Jede Tierbörse muss von der zuständigen Behörde nach exakter Darlegung aller Umstände – von den angebotenen Tieren bis hin zur Ausgestaltung der Räumlichkeiten – genehmigt werden. Die korrekte Durchführung wird anschließend vom jeweiligen Amtsveterinär kontrolliert. Da gerade größere, überregionale Börsen oft sehr stark im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, kann man guten Gewissens davon ausgehen, dass gerade sie sehr genau kontrolliert werden. Daher ist die pauschale Behauptung einer Gefahr der Beeinträchtigung des Tierwohls nicht nachzuvollziehen.
Letztlich stellt sich vor allem aber auch die Frage, was genau eigentlich mit dem geforderten Verbot erreicht werden soll? Im Positionspapier heißt es: „Tierbörsen beispielsweise von Züchterverbänden, auf denen Privatpersonen in kleinem Umfang Nachwuchs aus eigener Tierhaltung verkaufen oder tauschen, können unter verbindlichen Auflagen weiterhin erlaubt bleiben“, hingegen sollen „gewerbliche und überregionale Tierbörsen verboten werden“.
Nun ist es aber so: Jeder Veranstalter einer Tierbörse, ganz gleich ob Züchterverband oder kommerzieller Veranstalter, benötigt eine Genehmigung nach §11 Tierschutzgesetz für den gewerbsmäßigen Umgang mit Tieren.
Wo soll denn da bei einem Verbot die Grenze gezogen werden? Und ist es angesichts der komplexen Thematik und der zahlreichen zu beachtenden Regeln nicht womöglich erheblich praktikabler, professioneller und damit auch im Sinne des Tierwohls empfehlenswerter, wenn Börsen eher von darauf spezialisierten Profis veranstaltet werden als von womöglich in diesen Dingen weit weniger beschlagenen Vereinen oder Ehrenamtlichen?
Nichts gegen gut organisierte Börsen von Haltervereinigungen – aber eine Börse wird doch nicht durch ihren Veranstalter tiergerechter, sondern durch die möglichst professionelle Durchführung und die gewissenhafte Kontrolle der Regeln, die von kommerziellen Anbietern zweifellos mindestens ebenso gut gewährleistet werden können.
Unabhängig vom Veranstalter ist weitaus problematischer aber noch die Frage nach kommerziellen Anbietern auf Börsen. Das Positionspapier, so vage es gehalten ist, lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass gewerbliche Anbieter auf Börsen ausgeschlossen werden sollen. Allerdings gelten Züchter bereits sehr rasch als gewerbliche Anbieter. Nach den Allgemeinen Verwaltungsvorschriften zur Durchführung des Tierschutzgesetzes sind Züchter bereits als gewerbsmäßig anzusehen, wenn sie beispielsweise 100 Schlangen, 50 Schildkröten oder Fische im Wert von ca. 2000 Euro im Jahr verkaufen. Das aber sind Werte, die von engagierten Tierhaltern sehr leicht erreicht werden, wodurch viele Hobbyzüchter rein rechtlich gezwungen sind, als gewerbsmäßige Anbieter aufzutreten, mit entsprechender Genehmigung nach §11 Tierschutzgesetz. Wenn diese Züchter nun nicht mehr auf Tierbörsen ihre Nachzuchten anbieten dürften, würde das vor allem genau diejenigen treffen, die im Sinne des Tier- und Artenschutzes die wichtigste Arbeit in der privaten Tierhaltung leisten. Sie wären dann gezwungen, ihre Tiere nur noch über das Internet oder über stationäre Zoogeschäfte anzubieten.
Der DV-TH hat, wie bereits erwähnt, ganz sicher nichts gegen den Zoo-Einzelhandel. Dass es aber für das Tierwohl besser sein soll, wenn ein Züchter seine Tiere erst an den Zoohändler abgeben muss, wo sie dann möglicherweise über einen längeren Zeitraum gehalten werden, bis sie einen Kunden finden, als wenn er sie auf Börsen direkt selbst an den Endabnehmer vermitteln kann, ist nicht nachvollziehbar.
Gerade für weniger gängige Arten ist dieser Weg sogar höchst problematisch: Kein kleines Zoofachgeschäft kann die große Palette an exotischen Tieren anbieten, die heute durch die unermüdliche Arbeit zahlreicher Privathalter in menschlicher Obhut nachgezogen und erhalten werden, darunter zahlreiche gefährdete Arten.
Das gilt für Vögel und Kleinsäuger ebenso wie für die großen und artenreichen Gruppen der Reptilien, Amphibien, Fische und Wirbellosen. Auf spezialisierten Börsen können genau solche Tiere zielgenau vom Züchter an interessierte Tierhalter abgegeben werden. Im Zoo-Einzelhandel wäre das schlicht unmöglich.
Ein Beispiel: Auf einer spezialisierten Tierbörse ist es in der Regel kein Problem, über ein Dutzend verschiedener Arten einer bestimmten Tierverwandtschaftsgruppe im Angebot zu finden – Arten, die sehr gut in menschlicher Obhut gedeihen und zudem oft auch noch gefährdet sind. Hier trägt die private Tierhaltung direkt zum Artenschutz bei. Interessierte Tierhalter kommen aus allen Teilen des Landes oder sogar aus anderen Ländern zu solchen Veranstaltungen, um hier genau solche Tiere zu finden. Eine im Sinn des Tier- und Artenschutzes ideale Möglichkeit, Tiere abzugeben. Aufgrund der sehr guten Zuchtergebnisse (bei vielen Arten reichen mitunter bereits die Nachkommen aus einem oder zwei Würfen oder Gelegen, um an die „gewerbsmäßige“ Grenze der Zucht zu gelangen) sind die Anbieter schon aus rechtlichen Gründen als „gewerbsmäßig“ eingestuft. Gerade sie könnten nach der Forderung des Positionspapiers ihre Nachzuchten dann nicht mehr anbieten, sondern müssten dafür auf das Internet oder den lokalen Zoohandel zurückgreifen, der naturgemäß aber an derart speziellen Tierarten gar kein Interesse haben dürfte.
Im Ergebnis würde durch solch eine Regelung also vor allem die Haltung und Nachzucht von Tierarten jenseits des „Mainstreams“, also von Arten jenseits des üblichen Spektrums normaler Zoogeschäfte, behindert und eingeschränkt. Genau solche Tierhaltung also, die in besonderer Weise für Spezialisten interessant ist, die hilft, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und die ganz praktisch den Artenschutz unterstützt.
Dass der Deutsche Tierschutzbund, TASSO und Pro Wildlife als erklärte Gegner genau solcher privater Tierhaltung diesen indirekten Weg der Einschränkung privater Wildtierhaltung unterstützen, verwundert nicht. Für sie ist es die Möglichkeit, Positivlisten sozusagen durch die Hintertür durchzusetzen.
Dass aber der ZZF und der BNA hier ganz offensichtlich aus reinem kurzfristigen geschäftlichem Kalkül die Interessen der von ihnen vertretenen Tierhalter und Fachgeschäfte verraten, ist aus Sicht des DV-TH ebenso unverständlich wie falsch.
Der DV-TH fordert deshalb, Tierbörsen ebenso wie den stationären Zoohandel unter den bestehenden strengen Auflagen bei sorgfältiger Kontrolle in bewährter Weise zu belassen und ruft alle Tierhalter und gewerblichen Anbieter dazu auf, sich nicht für vermeintliche kurzfristige wirtschaftliche Vorteile gegenseitig ausspielen zu lassen.

Offener Brief an EU-Politiker zu Einschränkungsversuchen bezüglich Tierhaltung

(sd) Werte EU-PolitikerInnen, die Sie an Positivlisten zur Heimtierhaltung, Wildtierimport-Verbote und Vorgaben für „exotische“ Tierbeschränkungen o.ä. zu denken geneigt sind:

Wir Tiernutzer der wissensbasierten Art – und modern heißt es: „Wissen ist Information im Handlungskontext“ bzw. „Wissen ist gelebte Information“ – können für Deutschland derzeit politisch und juristisch sicher davon ausgehen, dass die wissensbasierte Tierhaltung unter den Prämissen der Sach- und Fachkunde, der dazu notwendigen Mittel und der Zuverlässigkeit durch gleich drei Deutsche Grundrechte grundgesetzlich geschützt sind:

Das sind das Eigentumsrecht (Artikel 14 Grundgesetz), die Berufsfreiheit (Art. 12 GG) und das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 Abs. 1 GG). Das haben wir seit Juli 2016 schriftlich vom Deutschen Bundestag. In einigen Sonderfällen können dazu noch das Recht auf Religionsfreiheit und die Freiheit der Kunst hinzukommen.

Nun haben sich wir vom DV-TH e.V. und etliche gleich- oder näherungsweise „tickende“ Verbände kürzlich dazu entschlossen, ein Positionspapier der EPO (European Pet Organization) mit vielen tragfähigen und guten Argumenten gegen Tierhaltungs-Positivlisten zu unterstützen. Am Ende der EPO-Liste gibt diese Organisation zu bedenken, dass auch gemäß EU-Charta der Grundrechte durchaus rechtliche Strittig- und Streitigkeiten aus den dort verbrieften Eigentumsrechten entstehen können. Ja, richtig, genau so ist das.
Aber: es greift ein wenig kurz!

Beleuchten wir daher, an welchen Stellen der EU-Charta der Grundrechte durch negative Einflussnahme-Versuche von EU-Politikern durchaus Konfliktpotential entweder bereits deutlich herrscht oder entstehen kann:
Da steht zunächst in der Präambel, dass die EU „den Menschen in den Mittelpunkt ihres Handelns“ stellt und zwar auch und gerade im Rahmen der Rechts-Raum-Begründungen. Dazu Werte-Erhaltung unter Achtung der „Vielfalt der………….und Traditionen“. Damit können wir nun in die einzelnen Titel und Artikel einsteigen:

Auf den Artikel 3 wird abschließend-zusammenfassend eingegangen werden, abgesehen davon nun in chronologischer Reihenfolge:
Wer gegen Tierhaltungen und Tiernutzungen der wissensbasierten Form ohne wissenschaftliche Belege und rein vermutungs- und/oder ideologie-basiert vorgeht oder dazu aufruft, könnte durchaus mit den folgenden Artikeln der Charta der Grundrechte der EU kollidieren oder sie zu unterminieren versuchen:

Artikel 7 achtet das Privat- und Familienleben, ja, auch und gerade in der Wohnung (Heimtiere!).
Artikel 10 schützt die Gedankens-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Während es zu letzterer erst wenige zaghafte Ansätze gibt, hegen wir Tierhalter durchaus schützenswerte Gedanken und Weltanschauungen und unsere Freiheit des Gewissens ergibt sich aus Tierschutzvorgaben, die wir beachten. Dabei nützt es wenig, wenn dies vermehrt grundsätzlich geleugnet und unbeweisbar behauptet wird. Ja, Tierhaltung birgt auch eine Art „Bräuche und Riten“, die durch Einschränkungen bedroht sein könnten!
Der Artikel 11 kümmert sich um die Meinungs- und Informationsfreiheit, dazu gehören ganz zweifelsohne auch die Anschauungen und -wortwörtlich genannt- die „Ideen“, gemeint sind solche zum Informationsgewinn und Wissenszuwachs, der aus der aktiven Tierhaltung kommt. Dank Bildungsauftrag der meisten von uns und unserer Organisationen ist dann auch der Artikel 14 zum „Recht auf Bildung“ betroffen.
Die bereits eingangs zum Deutschen Grundgesetz verfolgten Darlegungen der zwingenden Gedanken zur Berufsfreiheit und zur Unternehmerischen Freiheit umfassen in der EU-Charta deren Artikel 15 und 16. Und in Artikel 17 (1) findet sich auch auf EU-Grundsatz-Ebene die Erwähnung der Eigentumsrechte, welche ja auch im EPO-Papier genannt sind. Interessant ist Artikel 17 (2), da er explizit auch Geistiges Eigentum erfasst.
Sodann listet Artikel 21 (1) die Verbote zur Diskriminierung auf: und siehe da, dort ist auch (wieder) die „Weltanschauung“ genannt. Unsere Weltanschauung ist nun einmal die „freie wissensbasierte Tierhaltung“ und IHR diskriminiert UNS wegen unseres Recht darauf bitte tunlichst NICHT!
Da viele Formen der Tierhaltung als Kulturgut anzusprechen sind, ist die Vielfalt nach Artikel 22 dauerhaft zu gewährleisten!
Schließlich gebietet der Artikel 38 ein hohes Verbraucherschutzniveau. Tierhalter werden derzeit teils so heftig und schlicht auf der Basis frecher und schier unerträglicher Vermutungs-Argumente angegriffen, dass es sie auch als Verbraucher zu schützen gilt UND ZWAR VON EUCH!.

Wie versprochen gilt es nun noch, den Bogen zu Artikel 3 zu schlagen:
dazu kommt man nicht umhin, den Fakt zu betrachten, dass der Mensch ganz grundsätzlich erblich und stammesgeschichtlich bedingt sich von Natur aus zu Lebewesen anderer Arten hingezogen fühlt. Psychologen bestätigen, dass diese Kontakte aus gesundheitlichen Gründen auch dringend notwendig sind (Menschen, denen dies verloren gegangen ist, warum auch immer, müssten medizinisch betrachtet also eher krank sein) und zur Persönlichkeit (Entwicklung, Bildung und Entfaltung derselben) ganz wesentlich beitragen. Für wissenschaftlich Interessierte:
es geht dabei um den soziobiologischen Begriff der Biophilie. Nimmt man dies zu den oben bezüglich der Artikel 7 – 38 belegten Fakten aus der EU-Charta hinzu, führen Verbote und Einschränkungen der „freien Tierhaltung im Rahmen bestehender Tierschutz-Regelungen“ ganz schnell dazu, dass Tierhalter sich auch bezüglich „geistiger Unversehrtheit“ als betroffen erklären könnten. Und dann womöglich klagen. Ach ja, dieses Recht auf „Geistige Unversehrtheit“ steht wo ? Richtig, in Artikel 3 der EU-Charta der Grundrechte.

Vielleicht einfach mal darüber nachdenken, bevor man Richtlinien oder Verordnungen lostreten möchte, die von Millionen von Menschen mit halterischer Verantwortung und Tierliebe im besten Wortsinne tagtäglich erfolgreich gelebt werden. UND DIES MUSS AUCH SO BLEIBEN!

Regarding EPO position paper against positive lists in the EU:

The signing unions, federations and organizations, representing millions of animal keepers in Germany, herewith declare:

We all consent to the arguments specified in the EPO paper „EPO Position
on Positive List of Animals that can be traded“

DV-TH (Dachverband der Tierhalter e.V.)
VDA (Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V.)
GfI (Gesellschaft für Ichthyologie eV )
EATA (European Aquarium and Terrarium Association)

DGHT (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V.)
and
BNA (Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e. V.) are supporting EPO position in respect to the positive list approach.

For the rightness of this paper:
Dr. Stephan Dreyer
(online-Journalist and member of the scientific advisory board of DV-TH.e.V., Dachverband der Tierhalter, Duisburg, Germany.)

February 25th, 2017

POSITIVLISTEN – der K(r)ampf geht verschärft weiter!

Obwohl die Brüsseler EU-Kommission eigentlich längst klar gemacht hat, dass sie „Positivlisten“, also die exakte Regulierung und Aufzählung handel- und haltbarer Tierarten auf EU-Ebene eindeutig nicht für geeignete Instrumente gegen private Heimtierhaltung und gegen illegalen Tierhandel hält, lassen die Tierhaltungsgegner-Lobbyisten nicht locker:

Eigentlich steht „animal welfare“ bei den EU-Gremien ausschließlich bezüglich landwirtschaftlicher Nutztiere vertraglich auf dem Plan, für Beschränkungen irgendwelcher Art oder gar gezielte Tierschutzvorschriften im Heimtierbereich gibt es für Brüssel und Straßburg (noch) keinerlei Mandat! Dazu müssten die EU-Verträge geändert werden. Aber kaum einer der Mitgliedsstaaten hat derzeit irgendwelche Gelüste, den „Eurokraten“ mehr Rechte als bisher einzuräumen. Daher bedienen sich Tierrechtler und überzogene Tierschützler gerne gewisser thematischer Hintertüren wie „illegaler Handel“ und „invasive Arten“ oder gar „Seuchengefahren“. Wie auch immer, man versucht vertieft und verschärft EU-Politiker von der Notwendigkeit der Positivlisten zu überzeugen.

Ein konkretes Beispiel ist die hier hier dargestellte Konferenz, man beachte die Veranstalter, von denen die Gruppe „Eurogroup for Animals“ bereits seit 1980 in Brüssel aktiv ist.
Es wird bei derartigen Konferenzen von den Veranstaltern gezielt erschwert, die Tierhaltungsbefürworter (selbst die der wissensbasierten Art wie uns) bei derartigen „konspirativen Treffen“ zuzulassen. Diese Fernhalteversuche gelingen nicht immer, sodass hier nun Nathalie Gamain von der European Pet Organization Zutritt haben wird. Gut dabei ist, dass die EPO ein hervorragendes Positionspapier (siehe unten) gegen Positivlisten bereit hält, es birgt beste Argumente und solide Gründe! Es muss schnell größtmögliche Verbreitung finden!

Und genau deshalb hat der DV-TH mit seinen Mitgliedsorganisationen beschlossen, erstmals gebündelt und wenigstens andeutungsweise massiv einen „kleinsten gemeinsamen Nenner“ zusammen und in völliger Unterstützung der EPO-Argumente kundzutun. Unter der Prämisse

„The signing unions, federations and organisations, representing millions of animal keepers in Germany, herewith declare:
We all consent to the arguments specified in the EPO paper „EPO Position on Positive List of Animals that can be traded“.

Unterzeichner sind mindestens: DV-TH, DGHT, EATA, GfI, VDA……und der ZZF ist ohnehin als reguläres EPO-Mitglied automatisch hier „mit im Boot“. Fazit: erster deutlicher Gegenwind für rein ideologische und schlicht vermutungsbasierte Organisationen, welche gegen die Tierhaltung lobbyistisch wettern!

Andernorts und künftig werden weitere wichtige Papiere und gemeinsame Positionen vorbereitet, wir halten Euch informiert.

EPO_PositionPaperAgainstPositiveList

Tierhaltung, „Biophilie“ und mehr…

…Jedem Menschen angeboren ist das „sich hingezogen Fühlen zu Lebewesen“, soziobiologisch „Biophilie“ genannt. Ein ausreichender Kontakt wird für die Gesundheit und die Selbstverwirklichung gebraucht. Welche Lebewesen dies jeweils sind (oder sein werden), ist sowohl erblich als auch durch Umwelt/Umfeld und Erziehung bestimmt. Tierhaltung ist daher u.a. Teil der jeweiligen Persönlichkeit und zwar sowohl ihrer Bildung als auch ihrer Entwicklung und Entfaltung sowie ihres uneingeschränkten Erhalts.
Zahlreiche Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen haben dies schlüssig und im Detail bewiesen. „Beziehungen“ sind ein zentrales Lebensthema und, ja, auch die Mensch-Tier-Beziehungen in all ihrer erhaltenswerten Vielfalt.
Experten fordern in diesem Zusammenhang den Verzicht auf Kunstbegriffe und Mängel- bzw. Fehldefinitionen wie „Wildtier“, „Exoten“ oder „domestiziertes Tier“.
Tierhaltung ist außerdem ein (sog. immaterielles) Kulturgut, welches es breitest möglich zu schützen gilt. Um Tierhaltung erfolgreich praktizieren zu können, bedarf es entsprechender Fach- und Sachkunde, der allgemeinen Zuverlässigkeit und der für die jeweilige Tierhaltung notwendigen Mittel. Diese Voraussetzungen sollen geschaffen und dürfen kontrolliert werden, mehr aber nicht. Wer den klar aufgezeigten und belegbaren Ansatz in nicht unwesentlichen Teilaspekten anzweifelt oder gar einschränken möchte, verstößt gegen das Grundgesetz oder fordert dazu auf. Womöglich sind durch nichts zu rechtfertigende Positivlisten oder andere Tierhaltungs-Maßregelungen auch Eingriffe in die Charta der Grundrechte der Europäischen Union zu vermuten, nämlich bezüglich Artikel 7 (Recht auf Achtung des Privatlebens) und/oder Artikel 38 (Verbaucherschutz).
Tierhaltung ist ein Grundrecht!